Wer in „teuflisch gute Aktien“ investiert wird bereits auf der Erde belohnt, ethische Investments zeigen wohl erst im Himmel ihre wahre Performance.
Wie in einem Haifischbecken kämpfen unzählige Unternehmen ums Überleben. Es geht um Marktanteile; die großen und giftigen Fische setzen sich am Ende durch.
Wer es schafft, sich die Gunst der Investoren zu erarbeiten, kann sich an den Kapitalmärkten der Welt preiswert mit frischem Kapital versorgen und sich damit nach und nach die Konkurrenz vom Leib halten.
Aber welche Unternehmen haben die Gunst des großen Geldes?
Interessanterweise sind das nicht die Unternehmen, die ethisch saubere Geschäfte betreiben, also ökologisch, sozial oder politisch korrekt wirtschaften. Es sind auch nicht die Unternehmen, die innovative Themen und neue Märkte besetzen.
Nein, es sind die Firmen, die nachhaltig bessere Renditen liefern. Nur diese Unternehmen gelangen an die Geldtöpfe der Börse. Sie finanzieren sich leicht über Aktien- oder Anleiheemissionen, weil sie ihre Investoren in der Vergangenheit selten enttäuscht haben.
Aktien ethisch handelnder Unternehmen beruhigen zwar das Gewissen ihrer Aktionäre, die Renditen sind aber eher niedrig. Innovative Unternehmen enttäuschen sogar oft die Gewinn-Erwartungen.
Nur welche Unternehmen schaffen das Kunsstück, nachhaltig hohe Renditen zu erwirtschaften? Was ist ihr Geheimnis?
Langfristig erfolgreich sind oft die „bösen Buben“ an der Börse, böse, weil sie ihr Geld mit den Schwächen des Menschen machen.
…der Mensch ist eitel, geizig, genusssüchtig, rachsüchtig, maßlos, neidisch, und faul.
Seit Adam und Eva, bis zum Jüngsten Gericht wird sich an diesen lasterhaften Charaktereigenschaften wahrscheinlich nicht viel ändern. Der Teufel hätte seine Freude daran.
Zur Erinnerung die wichtigsten sieben Sünden:
1.) Die Eitelkeit(Suberbia)
2.) Der Geiz(Avaritia)
3.) Die Genusssucht(Luxuria)
4.) Die Rachsucht(Ira)
5.) Die Maßlosigkeit(Gula)
6.) Der Neid(Invidia)
7.) Die Faulheit(Acedia)
Die EITELKEIT und der NEID werden von Luxusgüterherstellern unterstützt, von Parfum-, Kosmetik-, Kleidung- und Autoherstellern. Den GEIZ bedienen Supermärkte, Discounter und Finanzwerte. Die RACHSUCHT kann sich z.B. mit Waffenproduzenten entfalten. Die Sicherheitsbranche profitiert auf der anderen Seite. An der MAßLOSIGKEIT und GENUSSSUCHT verdienen die Alkohol-, Tabak-, Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie. Die siebte Sünde, die FAULHEIT lässt die Medien- und Freizeitindustrie boomen. Auch Geld machen wie Investmentbanker (ohne zu arbeiten) gehört dazu.
Gesündigt wird immer, deshalb unterliegen die „teuflisch guten Aktien“ weniger konjunkturellen Schwankungen. Sie schütten hohe Dividenden aus und beruhigen damit das Gewissen ihrer Investoren.
Durch gezieltes Marketing wird der Mensch verführt, er entwickelt teure Produktvorlieben und Markentreue.
Die Unternehmen können das Laster global bedienen, denn gesündigt wird überall und immer. Durch Massenproduktion ergeben sich Effizienzvorteile. Von den hohen Gewinnen profitieren auch die Staaten in Form hoher Steuereinnahmen, das Geschäftsmodell dieser Unternehmen wird oft politisch unterstützt. Häufig entstehen monopolartige Marktstrukturen mit hohen Gewinnmargen, dann müssen die sündigen Verbraucher teuer für ihr Laster bezahlen.
